Wie kann man die Ergebnisse von Sozialplantypen vergleichen?

Bewertung des „einzelfallgerechten und zukunftsweisenden Sozialplans“

Vergleicht man die Ergebnisse von Faktoren-Sozialplänen mit dem Sozialplan für einen gerechneten Nachteilsausgleich ist das Sozialplan-Volumen für eine „jüngere Belegschaft“ deutlich geringer, da weniger Nachteile eintreten. Mit steigender Betriebszugehörigkeit (und damit verbundenem Durchschnittsalter) steigen die negativen Folgen einer Entlassung und damit die Kosten des Sozialplans erwartungsgemäß an. 

Zu dieser Fragestellung bieten wir unser Seminar „Der Sozialplan und seine Ausgestaltung – zukunftsweisend und einzelfallgerecht“ an.

Unabhängig von dieser Volumen-Frage, ist der Ansatz, den Nachteil möglichst genau und einzelfallbezogen zu ermitteln, schlicht gerechter.

Das Volumen des abgeschlossenen Sozialplans teilt sich wie folgt auf:

Einkommenseinbussen Jahre der Nichtbeschäftigung 38%
Grundbetrag (Bewerbungskosten, Wegfall  altersvermögenswirksamen Leistungen, reduzierten Bestands- und Kündigungsschutz bei Neueinstellung, Neubeschäftigung ohne Tarifbindung (Verlängerung der Wochenarbeitszeit, Reduzierung der Urlaubstage, Minderung des Urlaubsgeldes und Kürzung der Sonderzahlung zu Weihnachten), Bildungsstand und Spezialisierung sowie Umzugskosten) 16%
Einkommenseinbussen bei Folgetätigkeit über 10 Jahre 15%
Einkommenseinbussen für die  individueller ALG 1 – Zeit 10%
Einbussen gesetzliche Rentenversicherung 10%
Einbussen Betriebsrente 8%
Einkommenseinbussen Transfergesellschaft 3%

Es ist zu erkennen das die größten Verluste im Bereich der Einkommenseinbussen in den Jahren der Nichtbeschäftigung liegen, die nicht durch Dritte (KUG oder ALG1) alimentiert sind.

Die Einkommenseinbussen bei Folgetätigkeiten über 10 Jahre decken ebenfalls einen wichtigen Aspekt des Nachteils ab, obwohl in diesem Sozialplanbeispiel besondere Aspekte unberücksichtigt geblieben sind. Hervorzuheben wären hier Bildungsstand und Spezialisierung, aber auch wesentlich höhere Qualifizierungskosten, als sie durch die Transfergesellschaft abgedeckt sind oder als Bestandteil der Grundabfindung zu sehen sind.

Der, im Vergleich zu alten Faktoren-Sozialplänen, hohe durchschnittliche Faktor von 2,1 ist der Alterstruktur der Belegschaft geschuldet.